Gasesse Aufbau und Funktion

Gasesse 11gk und 5Kg

Gasesse Konstruktionsmerkmale

Das Gehäuse der Gasesse baue ich auf der Basis einer Propan Gasflasche. Meist nehme ich dazu eine 11Kg Gasflasche.
Für eine kleinere Ausführung nutze ich eine 5 Kg Gasflasche. Im Laufe der Jahre hat die Gasesse diverse Verbesserungen im Aufbau erfahren.

Der aktuelle Aufbau mit 2 angeschweißten Halte und Ablagebügeln oben, einer doppelten U-Schiene zur Aufnahme von Verschlußsteinen und seitlichen Rohren zur Aufnahme eines Ablagesystems schaut so aus:

Gasesse zum Damastschmieden

Im Innern wird die Gasesse ausgekleidet mit einer doppelten Lage der (biolöslichen) Keramikfasermatte welche ich auch im Webshop vertreibe. Die Keramikfasermatte wird beschichtet mit Feuerbeton aus dem Hochofenbau.

 Wer nun wissen möchte was so eine Gasesse kostet: Kontakt: Gasesse Kaufen

Feuerfester Beton und Keramikfasermatten sind hier im Shop erhältlich. :

 

Feuerfester Beton | Keramikfasermatte

Lindenschmiede Damastsax_mail

 

Funktion der Gasesse

Mit der Esse kann man:

  • Schmieden, glühen und  Härten (Werkzeug und C-Stähle)
  • Härten rostbeständiger Stähle ist prinzipiell möglich, aber aufwändig und umständlich. Hier empfiehlt sich ein Härteofen.
  • Härten von 1.3505 und 1.2519 Klingen geht absolut problemlos.
  • Das Schmieden rostfreier Stähle funktioniert ebenfalls einwandfrei.
  • Feuerschweißen von Damastpaketen von mehreren Kg. (ca. 10 Kg war das größte Paket welches ich in der 11 Kg Esse verschweißt habe)
  • Mokume herstellen
  • Ne-Metalle schmelzen
  • und mehr
Die 5kg Esse hat den gleichen Brenner und damit auch die gleiche Leistung. Sie ist aber bedingt durch den kleineren Brennraum hier bis ca. 4 Kg (+/- 1-2 Kg ) einsetzbar.
Die erreichbare Arbeitstemperatur liegt weit über 1300°C bis hin zu 1400°C und mehr. Mit entsprechender Ofenkonfiguration ist das Schmelzen von Stahl möglich.
Feuerschweißen ist kein Problem.

Gasesse 5Kg und 11Kg im Bau

Die Brennraum Maße sind :

 

  • 5Kg  Esse: ca. 12cm rund x 30cm Länge (oben im Bild )
  • 11KG Esse: ca. 16cm rund x 40cm Länge (unten im Bild )

 

Zur Gasesse gehören neben dem Gehäuse: Brenner, Manometer Schlauch mit Bruchsicherung.

Die Gasesse ist fix und fertig zum anschließen und loslegen. Lediglich eine gefüllte Propangasflasche wird benötigt. Diese bekommt man in jedem Baumarkt, Raiffeisenmarkt, oder Brennstoffhändlern.

 

Hinweise zum Manometer/Druckminderer:

Der Gasdruck lässt sich an der Stellschraube des Druckminderers sehr fein dosiert einstellen und am Manometer ablesen. Falls sich der Druck bei der Inbetriebnahme scheinbar nicht regulieren lässt liegt das in der Regel an der Position der Stellschraube.

Zur Erklärung:

Dreht man diese einmal komplett rein, so erhöht man den Druck des ausströmenden Gases. Dreht man sie fast komplett raus ( Achtung nicht ganz herausdrehen ) so veringert man den Druck.
Möchte ich also bei mit hohem Druck auströmenden Gas den Druck verringern muss ich die Stellschraube solange herausdrehen bis ich eine Veränderung bemerke.

Will ich im Gegenzug bei niedrigen Druck den Gasdruck erhöhen muss ich die Stellschraube solange hineindrehen bis ich eine Veränderrung des Drucks bemerke.

Ab diesem Punkt, ich nenne in den “Druckpunkt”, kann ich den Druck sehr fein dosiert regulieren. Selbst eine Zehntel Umdrehung verändert schon den Druck.
Diese Vorgehensweise hilft meist wenn sich der Druck nicht einstellen lässt. Ab Werk defekte Manometer/Druckminderer hatte ich noch keine.
Die Exemplare welche ich in meiner Werkstatt einsetze haben schon einige Jahre auf der “Uhr”, schauen schon etwas ramponiert aus, aber funktionieren immer noch einwandfrei.

Bedienungshinweise für die Gasesse:

  • Gasesse auf einen sicheren Unterbau stellen
  • Brenner in das dafür vorgesehene Rohr an der Gasesse komplett einschieben. (bis zum Anschlag)
  • Anzünden der Gasesse mittels eines Stücks Papier oder Pappe etc. welches angezündet und in die Öffnung der Gasesse gelegt wird.
  • Wichtig: Der Gashahn darf noch nicht geöffnet sein um eine Verpuffung zu vermeiden.
  • Wenn das brennende Papier im Brennraum liegt, den Gashahn an der Gasflasche öffnen.
  • Mit dem mitgelieferten Manometer welches an die Gasflasche (z. B. 11 kg. – 5 kg. Gasflaschen sind weniger gut geeignet) angeschlossen wird, kann der Druck mit der Stellschraube und dem Zeigerinstrument auf den gewünschten Wert eingeregelt werden. (bei laufendem Brenner den Druck hoch, bzw. runter regeln) Der Gashahn an der Gasflasche sollte immer ganz geöffnet werden.
  • Schlauchbruchsicherung:
    Es kann passieren, dass die Schlauchbruchsicherung anspricht und den Gasstrom abriegelt. Um die Sicherung zu öffnen den Knopf kurz eindrücken. Somit kann das Gas wieder ausströmen.
  • Hinweis: Alle Schraubverbindungen gut festziehen um einen Gasaustritt zu vermeiden.

 

Gasbrenner Einstellungen:

  • Der Brennerkopf ist auf das Brennerrohr aufgeschoben und mit einer Schelle festgezogen. Der Gasbrenner wird in das Aufnahmerohr an der Esse eingeschoben. Er justiert sich selbt aus. Ein Festschrauben ist nich notwendig.
  • Je nach Stellung des Brennerkopfes sind die Luftöffnungen (4 eingeschnittene Öffnungen am Brennerkopf) mehr oder weniger weit geöffnet. Über diese Luft- Öffnungen und dem entsprechenden Gasdruck wird die Temperatur und Leistung der Gasesse reguliert. Hier muß jeder die für ihn geeignete Arbeitsweise herausfinden.
  • Der Gasbrenner arbeitet nach dem Venturi-Prinzip, was bedeutet er zieht sich seine zur Verbrennung benötigte Luft selbst.  Eine Luftzufuhr mittels Gebläse ist nicht erforderlich. Somit ist man unabhängig vom Stromnetz. Durch diesen Aufbau erreicht man in der Esse zudem eine neutrale, bzw. reduzierende Atmosphäre. Ein übermäßiges Verzundern sowie Entkohlen der Werkstücke lässt sich vermeiden.
  • Nach dem Ausschalten der Esse sollte der Brenner unbedingt aus dem Aufnahmerohr gezogen werden und seitlich abgelegt werden. Das verhindert ein Aufheizen des Brennerrohres und frühzeitigen Verschleiß.

 

Nachfolgend einige Einstellungen die den Arbeitsbeginn erleichtern

Gasdruck am ManometerÖffnungsweite der Luftschlitze in mm Arbeitsgang

0 bis 0,6 bar

ca. 10 mm

Glühen, Härten, Normalisieren

0,6 bis 1 bar

ca. 10mm bis 15mm

Schmieden, Formen, untere Feuerschweißtemperatur

1 bis 1,4 bar

ca. 15mm bis max
(Schelle muss noch greifen)

Feuerschweißen von Paketen unterschiedlicher Größe

 

Je nach Größe des Schmiedegutes, kann auch mit mehr Druck oder Luft gearbeitet werden um den Stahl schneller auf Temperatur zu bringen.

Die Gasesse kommt je nach Gasdruck und Luftmenge nach ca. 10-15 Minuten auf Arbeitstemperatur.

Feuerschweißen ist nach ca. 20 Minuten (Gasdruck 1-1,4 bar und gut geöffnete Luftschlitze) möglich.

Je mehr der Brennraum durchgeglüht ist (gleichmäßige gelbe bis gelbweiße Glühfarbe) desto besser zum Schmieden oder Feuerschweißen, da der Innenmantel als Wärmespeicher dient und das Schmiedegut mit aufheizt.

Sollte aus irgendwelchen Gründen die hier beschriebene Vorgehensweise nicht funktionieren, so wenden Sie sich bitte per Mail an mich.
Hier habe ich in einem Beitrag zum Thema Gasesse bauen den gundsätzlichen Aufbau meiner Gasessen beschrieben.

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